“Maltas Nationalgericht ist kein Fisch. Es ist Kaninchen. Und dahinter steckt eine interessante politische Geschichte.”

Auf einer vom Mittelmeer umgebenen Insel erwartest du, dass das Nationalgericht Fisch ist. Aber nein. Auf Malta regiert fenek — Kaninchen. Und es geht nicht nur um den Geschmack. Es geht um Geschichte und nationale Identität.
Über Jahrhunderte reservierten die Malteserritter die Kaninchenjagd ausschließlich für sich — aus ihrer Sicht war sie ein Privileg der herrschenden Klasse. Für die Malteser war sie eine Demütigung. Als die Ritter gingen, stürzte sich das Volk mit solcher Energie auf die Kaninchen, dass „fenek“ zum Symbol der Freiheit wurde. Bis heute ist das Essen von „fenkata“ (einem Kaninchenfest) eine maltesische Tradition von nahezu ritueller Bedeutung.
Vergiss trockenes Fleisch. Das maltesische Kaninchen wird die ganze Nacht in Wein, Knoblauch und Kräutern mariniert und anschließend stundenlang geschmort. Das Fleisch fällt vom Knochen, ist aromatisch und zart. Es ist ein völlig anderes Tier als das blasse Plastikkaninchen aus dem Supermarkt.